Stellen Sie sich vor, Ihre Organisation wäre morgen nicht mehr da. Das Büro bleibt geschlossen, die Website ist offline, niemand nimmt mehr das Telefon ab. Ihre Produkte, Leistungen und Projekte gibt es nicht mehr.
Was würde fehlen? Und wem?
Zunächst denken Sie vielleicht an Ihre Mitarbeitenden, Kunden oder Mitglieder. Doch gehen Sie gedanklich einen Schritt weiter: Welche Anliegen hätten keine Stimme mehr? Welche Menschen würden sich nicht begegnen? Wer hätte weniger Möglichkeiten, etwas zu lernen, mitzuentscheiden oder Unterstützung zu finden? Was würde Ihrem Standort fehlen?
Dieses Gedankenexperiment führt zum gesellschaftlichen Wert einer Organisation. Es macht sichtbar, was ihre Arbeit für das Leben anderer bedeutet – oft weit über den Kreis derjenigen hinaus, die ihre Leistungen unmittelbar konsumieren.
Für diesen Wert gibt es einen Begriff: Public Value.
Public Value bezeichnet den gesellschaftlichen Mehrwert, den Organisationen, Institutionen oder Projekte für das Gemeinwesen schaffen. Der Ansatz erweitert den Blick auf Erfolg: Welchen Beitrag leistet eine Organisation für Sicherheit, Bildung, Gesundheit oder Teilhabe? Wie beeinflusst sie Vertrauen, Zusammenhalt und demokratische Kultur?
Geprägt wurde das Konzept durch den Harvard-Verwaltungswissenschaftler Mark H. Moore. In seinem Buch Creating Public Value: Strategic Management in Government von 1995 rückte er die Frage ins Zentrum, welchen öffentlichen Wert staatliche Institutionen durch ihr Handeln schaffen. Damit gab er dem Management öffentlicher Organisationen eine Orientierung, die über wirtschaftliche Effizienz hinausgeht.
Im deutschsprachigen Raum hat insbesondere Timo Meynhardt den Ansatz weiterentwickelt und auf unterschiedliche Organisationen übertragen. Seine Perspektive betont die Bewertung durch Menschen: Public Value entsteht aus den Erfahrungen, die sie mit einer Organisation machen, und dem Wert, den sie deren Handeln für das Gemeinwesen zuschreiben. Der Anspruch, gesellschaftlich nützlich zu sein, muss sich also auch im Erleben anderer bewähren.
Diese Perspektive findet in unterschiedlichen Bereichen Anwendung. Das ZDF beschäftigt sich mit seinem Gemeinwohlbeitrag und der Aufgabe, Räume für öffentliche Meinungsbildung zu schaffen. Auch der FC Bayern München war Gegenstand einer Public-Value-Untersuchung: Sie fragte nach dem gesellschaftlichen Wert der globalen Marke über seine sportlichen Ergebnisse und wirtschaftlichen Erfolge hinaus.
Gesellschaftlicher Mehrwert kann zum ausdrücklichen Auftrag einer Organisation gehören oder aus ihrem Kerngeschäft erwachsen. Ein Unternehmen bildet Fachkräfte aus und schafft Perspektiven an seinem Standort. Ein Verband bringt Erfahrungen in politische Entscheidungen ein. Ein Sportverein ermöglicht Zugehörigkeit. Eine öffentliche Einrichtung eröffnet Menschen den Zugang zu Bildung oder Kultur.
Wer die Bedeutung dieses Beitrags versteht, gewinnt eine Grundlage für die eigene Strategie: Welche Angebote sollten wir weiterentwickeln? Welche Partnerschaften passen zu uns? Wie erklären wir verständlich, wofür wir gebraucht werden?
Dabei verdient die Einstiegsfrage einen zweiten Blick: Wem würde etwas fehlen? Und wer profitiert bislang wenig von dem, was die Organisation macht?
Die Antworten können unterschiedlich ausfallen. Gesellschaftlicher Mehrwert entsteht in einem Umfeld verschiedener Interessen, Erwartungen und gelegentlich auch Widersprüche. Wer ihn ernst nimmt, muss zuhören, abwägen und den eigenen Beitrag nachvollziehbar machen. Das verlangt auch die Bereitschaft, das eigene Handeln zu überprüfen.
Für Kommunikation stellt sich damit eine konkrete Aufgabe: Der gesellschaftliche Beitrag einer Organisation muss erkennbar und zugänglich werden – in verständlichen Botschaften, passenden Angeboten und Beziehungen zu den Menschen, für die er Bedeutung hat.
Eine Kampagne kann Menschen für ein bislang übersehenes Anliegen gewinnen. Eine Veranstaltung kann Begegnungen ermöglichen, aus denen Zusammenarbeit entsteht. Beteiligung kann Erfahrungen in ein Projekt einbringen, die sonst fehlen würden. Politische Kommunikation kann dafür sorgen, dass fachliches Wissen dort ankommt, wo Entscheidungen getroffen werden.
Dafür müssen Inhalt und Umsetzung zusammenpassen. Welche Menschen wollen wir erreichen? Was brauchen sie, um sich angesprochen zu fühlen oder mitzuwirken? Welche Partner können ein Vorhaben weiterbringen? Und welche Form trägt das Anliegen?
Ein guter Kommunikationsansatz beginnt deshalb lange vor der ersten Veröffentlichung. Er beginnt mit dem Verständnis der Organisation, ihres Umfelds und ihrer Ziele. Glaubwürdig wird er durch das, was die Organisation tatsächlich tut.
Mit unserer Positionierung rund um Public Value benennen wir das verbindende Element unserer Arbeit: Wir begleiten Organisationen, deren Handeln für das Gemeinwesen Bedeutung hat.
Dazu gehören öffentliche Einrichtungen und Kommunen, Verbände und Kammern, Stiftungen und zivilgesellschaftliche Organisationen ebenso wie Unternehmen, die Verantwortung für ihren Standort übernehmen oder Veränderungsprozesse gestalten.
Ihre Aufgaben unterscheiden sich. Was sie verbindet, ist die Notwendigkeit, Menschen zu erreichen, Interessen zusammenzubringen und Vorhaben wirksam umzusetzen.
Dafür verbinden wir bei Knappe1A Kommunikation und Strategie mit Veranstaltungen, Public Affairs, Beteiligung und Organisationsentwicklung. Wir arbeiten uns in Themen ein, verstehen die beteiligten Akteure und entwickeln daraus die passende Umsetzung. Das kann eine Positionierung sein, die Orientierung gibt. Ein Dialogformat, das unterschiedliche Interessen bearbeitbar macht. Oder eine Veranstaltung, deren Konzept Begegnungen gezielt ermöglicht.
Der gesellschaftliche Anspruch eines Vorhabens braucht dabei dieselbe Sorgfalt wie seine praktische Durchführung: von der ersten strategischen Frage bis zum Ablauf vor Ort.
„Was würde fehlen, wenn es uns nicht gäbe?“ ist dafür ein guter Anfang. Die Antworten zeigen, was eine Organisation wertvoll macht. Gemeinsam lässt sich daraus entwickeln, wie dieser Wert sichtbarer wird, mehr Menschen erreicht und weiter wachsen kann.
Der Autor:
Luca Wernert (28) ist Agenturleiter & Prokurist im Team der Knappe1A. Er begleitet Organisationen in Kommunikation, Strategie und Veranstaltungen und verbindet diese Arbeit mit eigenen Erfahrungen aus dem Ehrenamt in Kommunalpolitik, Zivilgesellschaft und der nationalen wie europäischen Sportpolitik.
Viele Agenturen verstehen Kommunikation. Wir verstehen zusätzlich die Anforderungen von Akteuren, die wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Verantwortung miteinander verbinden müssen.
Mit Strategie, Kommunikation, Beteiligung und Organisationsentwicklung unterstützen wir sie dabei, gesellschaftliche Wirkung zu entfalten, Akzeptanz zu schaffen und Zukunft aktiv zu gestalten. Dafür verbinden wir handwerkliche Kommunikations-, Kreativ- und Strategiekompetenz mit einem tiefen Verständnis für politische Prozesse, Beteiligung, Ehrenamt, öffentliche Verantwortung und gesellschaftliche Wirkung.
Was können wir für Sie tun? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!